Panda, Pinguin und Kolibri – Google hat’s ja bekanntlich mit seinen Tieren. Was nach einem außergewöhnlichen Klein-Zoo klingt, ist jedoch bei Websitebetreibern regelmäßig gefürchtet. Wir stellen heute das Google Panda Update näher vor, erläutern, was dahinter steckt und was man tun kann, falls es einen erwischt hat.

Am Anfang war der Page Rank

Hinter dem Page Rank steckte der Gedanke, dass es ausreicht, eine Webseite aufgrund ihrer Besucherzahlen, der Metadaten und der Verlinkungen auf die Webseite zu bewerten, um so die besten Ergebnisse auszuspielen. Mit der steigenden Anzahl an Webseiten, mit immer mehr Content und auch immer mehr Tricks der Webseitenbetreiber selbst stieg jedoch die Erkenntnis, dass neben der Masse eben auch noch die Qualität der Backlinks und der Daten selbst eine entscheidende Rolle spielt.

So mussten also nicht nur die reinen, quantifizierten Daten ausgewertet, sondern auch die Qualität beurteilt werden. Und da kam der Panda ins Spiel.

Was ist Google Panda?

Google Panda, auch Panda-Update genannt, ist ein Update des Google’schen Ranking-Algorithmus. Streng genommen ist es ein Filter, der in unregelmäßigen Abständen auf den Goolge-Index angewendet wird. Im Vergleich zu früheren Änderungen des Algorithmus betrifft das Panda-Update nicht nur das Ranking einzelner Seiten, sondern das Ranking ganzer Teilbereiche einer Webseite oder gar die gesamte Webseite. Ziel des Panda-Updates war es, Seiten mit hochwertigem Content besser in den SERPs, den Suchergebnissen, zu positionieren. Herabgestuft wurden beim ersten Panda-Update 2011 ganz besonders Cotent-Farmen. Betroffen waren damals ca. 12 Prozent aller Suchanfragen.

Erstmals wurde das Update im Februar 2011 ausgespielt, zuerst in den USA, bevor es dann im April weltweit für alle englischen Sprachen, und im August 2011 für fast alle verfügbaren Sprachen ausgerollt wurde, dieses Update wurde unter der Versionsnummer 2.4 bekannt. Seitdem wurde der Algorithmus in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Im September 2012 gab es ein weiteres Panda-Update, das nächste folgte im Januar 2013. Seit Mitte 2013 ist Panda im normalen Indexierungsprozess integriert. Version 4.0 des Panda-Updates wurde im Mai 2014 aktiv, das letzte Update, Version 4.1, erfolgte Ende September 2014.

Der Name Panda stammt übrigens von Navneet Panda, einem von Googles Ingenieuren.

Was soll das Panda-Update bewirken?

Ziel von Goolge ist es natürlich, konstant die Qualität der Suchergebnisse zu verbessern und dem User immer die bestmögliche Auswahl an qualitativ hochwertigen und zum Suchbegriff passenden Webseiten auf den ersten Plätzen anzuzeigen. Qualitativ minderwertige Webseiten (oder zumindest diejenigen, die in den Augen von Google als solche angesehen werden) werden auf die hinteren Plätze der Suchergebnisseiten verwiesen. Das Panda-Update richtet sich hauptsächlich gegen Webseiten mit wenigen Inhalten und schlechter Qualität.

Wie bestimmt Google die Qualität einer Webseite?

Es gibt kein Erfolgsrezept, mit dem sich eine Webseite mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit auf den ersten Positionen der Suchergebnisse zu platzieren. Zu viele Faktoren spielen dabei eine Rolle, und Google macht aus dem Algorithmus ein Geheimnis.

Dennoch kann man mittlerweile mit relativer Sicherheit sagen, welche Faktoren einen positiven Einfluss auf die Sichtbarkeit einer Webseite in den Suchergebnissen haben:

  • eine hohe Menge an qualitativ hochwertigem und einzigartigem Content (unique content)
  • möglichst viele Backlinks, dazu eine möglichst ausgewogene Backlink-Struktur
  • möglichst wenige (Unter)seiten mit wenig bis keinem Content
  • prägnante und passende Seitentitel und Seitenbeschreibungen
  • keine unnatürlichen Worthäufungen (Keyword-Stuffing)
  • eine hohe Verweildauer (timespent)
  • eine niedrige Absprungrate (bounce rate)
  • möglichst wenig (irrelevante) Werbung
  • eine schnelle Seitenladezeit, sowohl für Desktop als auch mobil

Fehlen diese Faktoren, bzw. erkennt der „Panda-Filter“ negative Faktoren auf einer Webseite, so kann dies zu einer der gefürchteten Abstrafungen führen: Die Website verliert ihr bisheriges Ranking in den Suchergebnisseiten, rutscht ab und verliert dadurch an Sichtbarkeit – der Sichtbarkeitsindex der Webseite sinkt.
Stellt eine Webseite also fest, dass sie kurz nach der Veröffentlichung eines Panda-Updates stark an Sichtbarkeit verliert, dann kann davon ausgegangen werden, dass die Seite von eben jenem Update betroffen ist.

Panda hat mich erwischt – was nun?

Hat das Panda-Update erst mal zugeschlagen, so gilt es möglichst schnell zu handeln. Jetzt gilt es zuerst, den Abwärtstrend in der Sichtbarkeit zu stoppen, um dann nach Möglichkeit auch wieder aufzusteigen. Das geht jedoch nur mit Verbesserungen an den betroffenen Seiten.

Zuerst sollte man sich einen Überblick verschaffen und die Lage analysieren: Was genau ist betroffen? Die gesamte Webseite? Oder nur ein Teilbereich? Gibt es Unterschiede zwischen den betroffenen Teilbereichen und den nicht betroffenen Bereichen? Hat man die betroffenen Bereiche identifiziert, sollte man auch mal vergleichen, ib es Qualitätsunterschiede zu den Wettbewerbern gibt, die nicht vom Update betroffen waren. Es ist auch interessant, die 8fremden) Webseiten zu analysieren, die vom Update möglicherweise sogar profitiert haben.

Anschließend geht es daran, die eigenen Inhalte zu verbessern und zu optimieren. Orientieren kann man sich an den oben genannten Faktoren und natürlich an den Google Quality Guidelines.

Das letzte Update: Panda 4.1

Im September 2014 wurde das letzte, als Panda 4.1 bekannt gewordeneUpdate ausgerollt. Der Prozess dauerte mehr als zwei Wochen und betraf zwischen 3-5 Prozent aller Suchanfragen weltweit. Laut Google-Mitarbeiter Pierre Far sollen besonders kleinere und mittelgroße Seiten mit qualitativ hochwertigem und uniquem Content von Panda 4.1 profitieren.

Zum anderen wurden durch Panda 4.1 auch die Seiten belohnt, die von der vorherigen Version 4.0 betroffen waren und die seitdem an ihrem Content gearbeitet haben. Viele Webseiten waren von Panda 4.0 aufgrund von Nicht-Einhaltung der Google Webmaster Guidelines hauptsächlich im Bereich Relevanz und Nutzwertigkeit des Content mit einer Penalty bestraft worden. Eine Penalty ist die Bestrafung einer Webseite durch Google und hat massive Reichweitenverluste zur Folge, das kann sogar soweit gehen, dass die Webseite ganz aus den Suchergebnissen entfernt wird.

Penguin und Hummingbird

Neben Panda gibt es weitere Updates des Algorithmus: Beim Penguin-Update stehen die Links im Mittelpunkt, die auf eine Webseite verweisen, die sogenannten Backlinks. In die Bewertung werden nicht nur die Qualität der Links (es gibt “gute” und “schlechte” Backlinks) mit einbezogen, sondern auch die Formulierung der Linktexte.

Und 2013 im September, anlässlich des 15-jährigen Geburtstages von Google, wurde der gesamte Such-Algorithmus von Google einer umfassenden Überarbeitung unterzogen. In dem Zuge wurde auch verlauten lassen, dass Hummingbird, ein neuer Such-Algorithmus, bereits seit August seinen Dienst verrichte. Während Panda und Penguin Änderungen am Ranking-Algorithmus waren, der ein wichtiger Teil des Such-Algorithmus bildet, war Hummingbird ein Update am Such-Algorithmus als Ganzes – und deswegen auch von so großer Bedeutung.