Bei der Suche nach Produkten, Dienstleistungen oder Informationen greifen laut Studien vier von fünf Internetnutzern auf Suchmaschinen zurück. Allerdings interessieren sich gut 70 Prozent von diesen lediglich für die Ergebnisse auf der ersten Suchergebnisseite. Laut einer Studie des Software-Dienstleisters Capyphon klicken etwa 30 Prozent aller Nutzer bei einer Google-Suche sogar ausschließlich auf das erste Ergebnis. Für das zweite und dritte Suchergebnis entscheiden sich hingegen nur rund 14 bzw. 10 Prozent. Dementsprechend wichtig ist es für Webseitenbetreiber, bei den relevanten Suchbegriffen möglichst prominent auf der ersten Seite gelistet zu werden. Denn die beste Webseite nützt nichts, wenn sie nicht gefunden wird. Ein möglichst gutes Ranking kann mit verschiedenen Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung (SEO) erreicht werden.

Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung

Grundsätzlich wird die Suchmaschinenoptimierung in die beiden Bereiche Onpage-Optimierung und Offpage-Optimierung unterteilt. Im Rahmen der Onpage-Optimierung werden beispielsweise relevante Keywords ermittelt und die Webseite entsprechend optimiert. Dabei ist es wichtig, dass die Keywords zu den Suchanfragen potenzieller Interessenten passen. Darüber hinaus fallen in den Onpage-Bereich die Optimierung des Webseitenaufbaus und der Struktur sowie die Ladezeit. In den Bereich der Offpage-Optimierung fällt hingegen der Linkaufbau. Denn Google bewertet einen Online-Auftritt umso besser, je mehr andere Webseiten auf den eigenen Internetauftritt gehen. Die eingehenden Links sind somit ebenfalls ein nicht zu unterschätzender Rankingfaktor. Allerdings sollten Webmaster hier nicht auf Masse, sondern auf Qualität setzen.

SEO muss nicht viel kosten

Zwar gibt es durchaus Möglichkeiten die Ausgaben für SEO künstlich in die Höhe zu treiben, grundsätzlich muss Suchmaschinenoptimierung aber nicht viel Kosten. Bevor etwaige Maßnahmen ergriffen werden, sollte in jedem Fall geprüft werden, inwiefern der eigene Online-Auftritt bereits suchmaschinenoptimiert ist und in welchen Bereichen Verbesserungspotenzial besteht. Mittlerweile stehen vielfältige SEO-Tools zur Verfügung, mit denen Webseitenbetreiber eine erste Analyse durchführen und die Webseite nachhaltig und effizient optimieren können. Auf diese Weise behalten Webmaster nicht nur den Überblick, sondern können auf lange Sicht auch ein besseres Google-Ranking erzielen.

Kostenlose SEO-Tools

Umfangreiche kostenpflichtige SEO-Suiten wie etwa SISTRIX, OnPage.org, Searchmetrics oder XOVI bieten zwar den Vorteil, dass unterschiedliche SEO-Tools integriert haben und daher nicht nur eine detaillierte Analyse ermöglichen, sondern auch höchsten Komfort anbieten. Allerdings stehen gerade für kleine Webmaster, die nur einige wenige Projekte betreuen, die recht hohen monatlichen Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen. Mittlerweile gibt es aber auch für viele Bereiche kostenlose SEO-Tools, mit denen Webmaster wertvolle Unterstützung bei der Suchmaschinenoptimierung erhalten. Im Folgenden werden daher nützliche kostenlose SEO-Tools vorgestellt:

Google Webmaster-Tools

Mit den Google Webmaster-Tools können sich Webseitenbetreiber einen umfassenden Überblick darüber verschaffen, wie Google die betreffende Webseite einschätzt und in welchen Bereichen Probleme oder Verbesserungspotenzial besteht. Des Weiteren ist mit diesem SEO-Tool eine Auswertung „Over-Time“ möglich. Das bedeutet, Webmaster können über eine beliebige Zeitspanne rückwirkend die Entwicklungen des eigenen Internetauftritts nachvollziehen. Neben detaillierten Analysen von Crawling-Fehlern, Suchanfragen, dem aktuellen Status der Indexierung, der Keyword-Entwicklung, Backlinks und den Zugriffszahlen können über die Webmaster-Tools auch Sitemaps mit der gegenwärtigen Seitenstruktur an Google übermittelt werden. Angesichts der vielfältigen Analysemöglichkeiten ist dieses kostenlose SEO-Tool definitiv ein Must-have für Webmaster.

Google Keyword-Planner

Ein weiteres kostenloses SEO-Tool aus dem Hause Google ist der Keyword-Planner. Jeder Suchmaschinenoptimierung sollte auch eine Keyword-Strategie zugrunde liegen. Der Google Keyword- Planner greift auf die Google-eigene Datenbank zurück und ermöglicht Webseitenbetreibern, relevante Ideen zu den eigenen Angeboten zu recherchieren. Darüber hinaus können konkrete Keywords im Hinblick auf ihr durchschnittliches Suchvolumen in den vergangenen zwölf Monaten untersucht werden.

Bing Webmaster-Tools

Getreu dem Motto „Wer A sagt, muss auch B sagen“ sollten an dieser Stelle natürlich auch die Bing Webmaster-Tools kurz vorgestellt werden. Mit diesen Tools erhalten Webseitenbetreiber einen umfassenden Einblick in die Wahrnehmung der eigenen Webseite durch die Suchmaschinen Bing und Yahoo. Neben interessanten Features wie dem Index Explorer, der SEO-Analyse und dem Link Explorer bieten die Bing Webmaster Tools auch ein Markup Tool. Zwar kann ein Großteil der Features bislang nur in der Beta-Version genutzt werden, bergen aber durchaus viel Potenzial. Um die Bing Webmaster-Tools nutzen zu können, ist allerdings ein kostenloses Microsoft-Konto erforderlich.

Ahrefs Site Explorer

Ein besonders mächtiges Tool für die Auswertung von Backlinkstrukturen ist der Ahrefs Site Explorer. Einige interessante Analysen können sogar ohne Anmeldung durchgeführt werden. Der Explorer ermittelt die Anzahl der in einem bestimmten Zeitraum aufgebauten Backlinks. Darüber hinaus können sich Webseitenbetreiber einen Überblick über die Top-Reffering Domains verschaffen und die Ankertexte der Backlinks auswerten lassen. Die SEO-Reporting-Funktion ist aktuell nur in der Beta-Version verfügbar und setzt zudem eine Anmeldung voraus. Allerdings weist der SEO-Report durchaus einige Vorzüge aus. So erhalten Webseitenbetreiber eine Übersicht über einzelne SEO-Faktoren sowie über die Accessibility des Internetauftritts. Bis zu 1.000 Seiten der eigenen Webseite können mit der kostenlosen Version gecrawlt werden.

Browseo

Browseo ist ein SEO-Tool, mit dem eine Betrachtung der eigenen Webseite ohne Styles und Animationen möglich ist. Der SEO-Browser stellt die Seite völlig nackt dar und vermittelt Webseitenbetreiber so einen Eindruck von der Webseite, wie sie von Suchmaschinencrawlern gesehen wird. Dank der nackten Darstellung können die eigentlichen Inhalte der Webseite viel besser untersucht werden und beispielsweise versteckte Texte erkannt werden. Darüber hinaus bietet dieses Tool die Möglichkeit, Links differenziert hervorzuheben. So können externe, interne und nofollow-Links einfach und schnell dargestellt werden.

Diagnoseo.de

Eine sehr gute Onpage-Analyse der eigenen Webseite bietet das Tool diagnoseo.de. Ohne Anmeldung kann nach Eingabe von Keyword und Webseite die Analyse gestartet werden. Dank der grafischen Aufbereitung der Analyse können die relevanten Informationen auf einen Blick abgelesen werden. Ob ein bestimmtes Keyword auch in den wichtigen Positionen besetzt ist, wird durch die Keywordeingabe zusätzlich untersucht.

Open Site Explorer

Eines der vergleichsweise bekannteren Tools ist der Open Site Explorer. Dabei kann ein Großteil der Features ohne Anmeldung und kostenlos genutzt werden. Der Fokus dieses Tools liegt im Gegensatz zu vielen anderen SEO-Analysetools nicht in einer umfangreichen Onpage-Analyse, sondern auf der Link-Analyse. So lassen sich mit dem Tool nicht nur die Ankertexte der eingehenden Links anzeigen, sondern es kann auch untersucht werden, wie gut die einzelnen Seiten der Webseite verlinkt sind. So sind selbst mit der kostenfreien Variante sehr interessante Rückschlüsse möglich, die auf lange Sicht zu einer Steigerung der Seitenrelevanz genutzt werden können. Darüber hinaus können mit diesem Tool auch mehrere Webseiten miteinander verglichen werden, sodass auch eine Konkurrenzanalyse durchgeführt werden kann.

Searchmetrics Essentials Tool

Searchmetrics bietet für sein Essentials Tool auch eine kostenlose Testversion. So können Webseitenbetreiber kostenlos auf eine Auswertung der Sichtbarkeit zurückgreifen und sich die Rankings für die ersten sechs Keywords anzeigen lassen. Darüber hinaus können auch die fünf vermeintlich größten Mitbewerber ermittelt werden. Auf weitere Daten kann erst nach einer kostenlosen Anmeldung zurückgegriffen werden. Besonders erwähnenswert ist auch die Analyse der Backlinks. Selbst ohne Anmeldung können sich Webseitenbetreiber die zehn wichtigsten Backlinks inklusive der Backlink-Quelle und dem jeweiligen Ankertext anzeigen lassen.

Seolytics Startversion

Ein weiteres nützliches kostenloses SEO-Tool ist die Startversion von Seolytics. Zahlreiche Features wie eine Sichtbarkeitsanalyse, Keyword-Monitoring und eine umfassende Linkanalyse machen selbst die kostenlose Variante zu einem wirklich starken Analyse-Tool. Darüber hinaus haben Webseitenbetreiber die Möglichkeit, eine Reihe von Analysen und Berichten abzurufen. Allerdings ist im Gegensatz zur kostenpflichtigen Version die Analyse auf 20 Keywords und nur eine einzelne Domain begrenzt.

seitenreport.de

seitenreport.de bietet selbst ohne Anmeldung einen extrem guten Überblick über die eigene Webseite und zeigt eine umfassende Auswertung. Neben dem Inhalt der Seite und der technischen Struktur überprüft dieses Tool zudem den Datenschutz. Besonderes Highlight dieses Tools ist, dass die einzelnen Aspekte nicht nur angezeigt werden, sondern zugleich weitere Hilfsmittel und Informationen zu den jeweiligen Punkten bereitgestellt werden.

onpage-tool.de

Für onpage-tool.de gilt ganz klar: Der Name ist Programm. Denn das Tool liefert, wie der Name verspricht, eine Onpage-Analyse der eigenen Webseite. Neben einer übersichtlichen Sortierung der Daten punktet diese Tool zudem mit einer grafischen Aufbereitung der Werte. Darüber hinaus bietet das Onpage-Tool als einziges kostenloses Tool für die analysierte Seite den WDF*IDF-Wert an. Angesichts der Möglichkeit, ein Keyword in die Auswertung mit einbeziehen zu können, ist diese Analyse sehr interessant. Denn in diesem Zusammenhang erfolgt zugleich eine Konkurrenzanalyse.

pingdom.com

Mit pingdom.com erhalten Webseitenbetreiber ein Analyse-Tool für die Überprüfung des Pagespeed, das vor allem durch eine übersichtliche Darstellung der Ergebnisse besticht. Bei der Analyse des Pagespeed besteht die Möglichkeit, verschiedene Server anzuwählen. Das Optimierungspotenzial einzelner Teile der Webseite kann anhand des „Waterfall Charts“ ermittelt werden. Da die Webseiten-Performance ein nicht zu unterschätzender Ranking-Faktor geworden ist, ist es mehr als wichtig, die Performance in regelmäßigen Abständen zu prüfen. Mit diesem Tool kann dies schnell und unkompliziert erfolgen.

seorch.de

Ein weiteres kostenloses Tool für die Onpage-Analyse ist seorch.de. Dank der übersichtlichen Auflistung der relevanten Faktoren können die einzelnen Punkte ganz einfach nacheinander untersucht werden. Gerade für frische Webmaster bietet seorch.de ein spezielles Hilfesystem, sodass auch sie schnell mit dem Tool zurechtkommen. Darüber hinaus bietet dieses Tool die Möglichkeit, über einen speziellen Button die einzelnen Fehlerquellen genau aufzuschlüsseln.