Das Jahr 2016 ist nun – Anfang Februar – schon einige Wochen alt. Zeit für eine Recherche, was die Experten für spannende Entwicklungen im Online Marketing Bereich erwarten. Die Suchmaschinenoptimierung als sehr komplexes Gebiet steht wie immer im Fokus der Betrachtungen, denn hier finden Veränderungen am schnellsten statt. Das hat etwas mit den wiederkehrenden Updates der Suchmaschinenbetreiber zu tun (bei Google: Panda, Penguin & Co.) sowie mit den rasanten technischen Entwicklungen bei den Endgeräten. Wer hätte etwa vor zehn Jahren geahnt, welch gravierende Auswirkungen einmal die mobile Websuche als Rankingfaktor haben würde? Wir machen für 2016 vier wichtige Trends aus.

Trend Nummer eins: Mobile- & App-Store-Optimierung

Seit das mobile Internet auf dem Vormarsch ist, wird die Tauglichkeit von Webseiten für die mobile Suche zu einem Ranking-Faktor. Es gibt Seiten – beispielsweise von Restaurants -, die in über 50 Prozent aller Fälle mobil gesucht werden. Google reagiert darauf und zieht die Mobile-Tauglichkeit längst als Ranking-Faktor. Wer Defizite vermeiden will, muss strikt auf Responsive Webdesign setzen. Die Webseite erkennt dann, von welchem Endgerät aus sie aufgerufen wird, sie öffnet sich auf dem Smartphone-Display anders als auf dem PC-Bildschirm. Zur Mobile-Tauglichkeit gehört auch das Bereitstellen von Apps für den eigenen Store, die selbstverständlich kostenlos zur Verfügung stehen müssen.

Trend Nummer zwei: Vertical Search wird bedeutsamer

Die vertikale Suche verdrängt allmähliche die klassische, horizontale Websuche. Die zweitgrößte Suchmaschine YouTube gewinnt ebenso wie die gezielte Produktsuche auf Verkaufsportalen wie Amazon rasant an Bedeutung. Nutzer suchen “vertikal”, das heißt nur nach ganz bestimmten Themengebieten oder speziellen Segmenten. Die Google Bildersuche oder Google Shopping sowie Themensuchen nach Autos, Reisen oder medizinischen Informationen sind ebenfalls Vertical Searches. Vertikal wird das Thema eingegrenzt, anstatt “horizontal” nur irgendeinen Begriff einzugeben und zahllose, oft irrelevante Treffer zu erhalten.

Trend Nummer drei: Voice Search

Das die Suche mit der Sprache so erfolgreich sein würde, hat vor zwei bis drei Jahren noch kaum jemand geglaubt. Zwar war jedermann klar, wie komfortabel das Hineinsprechen in ein Smartphone oder Laptop sein muss, allein die Technik tat sich lange Zeit schwer: Sie identifizierte die Sprache viel zu schlecht. Das hat sich inzwischen geändert. Studien in den USA wiesen nach, dass dort 40 Prozent aller Suchanfragen per Voice Search ausgelöst werden, bei Teenagern sind es 55 Prozent. SEO-Verantwortliche müssen sich nun verstärkt Gedanken um Formulierungsunterschiede zwischen getippten und gesprochenen Suchanfragen machen. So können Adjektive und weitere Füllwörter wieder in die Keywordgestaltung einbezogen werden, die doch beim Eintippen von Suchbegriffen weggelassen, allerdings selbstverständlich gesprochen werden.

Trend Nummer vier: SEO wird Querschnittsdisziplin

SEO verkam ab etwa 2005 für einige Zeit zu einer Disziplin, die mit Taschenspielertricks die Mechanismen von Linkaufbau, Keyworddensity & Co. missbrauchte. Die Schlagwörter Black Hat und White Hat SEO machten die Runde. Doch spätestens seit Googles Panda-Updates funktioniert die Trickkiste nicht mehr richtig, Google ist in der Lage, Inhalte hinsichtlich ihrer Qualität zu bewerten. Welche Algorithmen dafür genau eingesetzt werden, weiß niemand wirklich (außer die Google-Entwickler). Doch SEO-Agenturen haben die Zeichen der Zeit erkannt und bemühen sich nun darum, die Nutzerzufriedenheit durch die intensive Kooperation mit kompetenten Content-Lieferern (vor allem Autoren) sowie mit Experten für Produktmanagement und Public Relations zu verbessern. SEO ist damit eine Querschnittsdisziplin geworden und dürfte es auch bleiben.